Sicherlich hast Du schon von dem berühmten Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds gehört, das heute in Weltmetropolen der ganzen Welt sein zu Hause hat. Ob New York, Bangkok, Sydney, Shanghai, Las Vegas, Hollywood, Tokio oder Washington D.C. – in all diesen Städten kannst Du die verblüffend lebensecht aussehenden Wachsfiguren berühmter Persönlichkeiten bestaunen. Aber keine Sorge, die Reise muss nicht unbedingt so weit gehen, es gibt auch Niederlassungen von Madame Tussauds in Wien, Berlin und natürlich in London. 🙂
Vielleicht denkst Du Dir jetzt: wie werden die täuschend echten Nachbildungen der Stars angefertigt und wie kam es zu dem überwältigenden Erfolg von Madame Tussauds? Dann ließ am besten gleich weiter, denn genau das verrate ich Dir hier. 😉

Die Erfolgsgeschichte von Madame Tussauds

Die Geschichte des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds führt zurück ins Jahr 1761, als Marie Grosholtz, die später unter dem Namen Madame Tussaud berühmt werden sollte, in Straßburg als Tochter eines Scharfrichters geboren wurde. Die Handwerkskunst des Wachsmodellierens erlernte sie schon in jungen Jahren bei Ihrem Onkel Doktor Philippe Curtius, der eine Sammlung seiner lebensgroßen Wachsfiguren im Pariser Palais Royal präsentierte. Marie zeigte Talent und schon bald wurde sie selbst damit betraut, Bildnisse von Adeligen sowie Angehörigen der französischen Königsfamilie anzufertigen.
Als im Zuge der französischen Revolution Scharen von Adeligen der Guillotine zum Opfer fielen, formte Marie von den Köpfen der Toten Abdrücke an – unter anderem von Marie Antoinette. Später sollten diese Wachsbildnisse in den Londoner Ausstellungsräumen von Madame Tussauds in der sogenannten „Kammer des Schreckens“ zu sehen sein. Aber bevor es so weit kam, ging Marie mit der Wachsfiguren-Sammlung, die ihr Onkel ihr nach seinem Tod vermachte, auf den Britischen Inseln auf Tournee. Erst 1835 entschloss sie sich, die Dauerausstellung Madame Tussauds in London zu eröffnen. Was ihr bei alledem zu Gute kam, war ihr Talent, die Figuren publikumswirksam in Szene zu setzen.
Auch nach Maries Tod im Jahr 1850 erfreute sich das Madame Tussauds größter Beliebtheit. Zwar fielen 1925 bei einem Brand sämtliche Figuren des Londoner Wachsfigurenkabinetts den Flammen zum Opfer, doch glücklicherweise konnten sie anhand der erhalten gebliebenen Gussformen wieder reproduziert werden. Der Erfolg von Madame Tussauds war nicht mehr zu bremsen, es eröffneten Filialen in Las Vegas, New York, Shanghai, Washington, Berlin und direkt am Walk of Fame in  Hollywood.

Mit Maßband, Tastzirkel, Ton und Gips zur Wachsfigur

Nach dem kleinen Exkurs in die Geschichte von Madame Tussauds interessiert es Dich sicher immer noch, wie so eine Wachsfigur entsteht. Nun ja, zunächst wird die prominente Persönlichkeit, die in Wachs verewigt werden soll, zum Maßnehmen und Fotoshooting eingeladen. Über 226 Maße und 150 Fotos aus allen erdenklichen Blickwinkeln sind nötig, um eine Wachsfigur zu erhalten, die den Besucher der Ausstellung mit ihrer Realitätsnähe zum Staunen bringt.
Anhand dieses Ausgangsmaterials bauen die Künstler ein Metallskelett, an welchem sie den Körper in Ton nachformen. Sieht man eine der lebensechten Wachsfiguren, verwundert es nicht, dass das Abbilden des Kopfes alleine bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen kann.
Von den Tonfiguren werden Gipsabdrücke gemacht, die als Negativform für das Gießen in Wachs dienen. Ist die Wachsfigur erst einmal fertig, geht es an die Feinarbeit: das Einsetzen der Augen aus Acrylglas, das Anbringen des menschlichen Echthaares und die Bemalung mit Ölfarbe, die Schicht für Schicht aufgetragen wird und der Wachsfigur so nach und nach Leben einhaucht.

Besuch im Madame Tussauds Berlin

Hast Du Lust bekommen, selbst im Madame Tussauds vorbeizuschauen und den wirklichkeitsnahen Wachsfiguren gegenüber zu stehen?
Highlights im Berliner Madame Tussauds sind die Figuren von Schauspiel-Ikone Marilyn Monroe, Präsident Barack Obama, Formel 1 Star Sebastian Vettel, Komiker Michael Bully Herbig, Sängerin Madonna und Michael Jackson, dem King of Pop.